Erster Linux Presentation Day im Sauerland – Rückblick und Ausblick

Wie seid ihr überhaupt an den LPD gekommen?
Hubertus: Mich rief irgendwann Ende Februar Hauke Laging von der Berliner LUG an und fragte, ob wir als Volkshochschule nicht Interesse an einer Teilnahme hätten. Ich war sofort begeistert – allerdings ohne einen blassen Schimmer von der Umsetzung zu haben…
Benjamin: Stimmt (lacht). Und da kamen wir ins Spiel. Nach ein paar E-Mails haben wir uns Ende März zum ersten Mal getroffen und ziemlich locker abgemacht, wie denn so ein Tag aussehen könnte. Da wir alle beruflich ziemlich eingespannt sind, haben wir auch bis zum eigentlich LPD nur schriftlich geplant.
Nico: Ideen, was wir machen könnten, gab es sofort genug. Allerdings hatten wir nicht die leiseste Ahnung, was auf uns zukommt, ob sich überhaupt jemand für das Thema interessiert. Ben hatte gerade erst von ein paar Wochen die Internetseite der LUG Sauerland auf Vordermann gebracht, die Online Aktivitäten war sehr eingeschlafen und bei Treffen war bis jetzt oft nur noch ein Kern von bis zu 6 Leuten anwesend.


Und trotzdem hat es am 30.04. gut geklappt. Was ist alles passiert?
Benjamin: Wir waren frühzeitig da, und schon eine gute halbe Stunde vor Beginn fragten die ersten Gäste, wo denn der LPD sei. Um 10 Uhr saßen wir mit rund 15 Personen zusammen, dann kamen im Laufe des Tages immer mal wieder ein paar dazu.

Nico: Von dieser Resonanz waren wir so überrascht, dass wir weniger Vorträge gehalten haben, sondern ziemlich schnell mit den Besuchern ins Gespräch kamen.


Was waren denn so die Fragen und Anliegen der Besucher?
Nico: Es gab die ganze mögliche Bandbreite… Welche Hardwarevoraussetzungen brauche ich, kann ich Linux neben Windows installieren, gibt es für jedes Windowsprogramm auch eine entsprechende Anwendung unter Linux?

Benjamin: Wir haben auch viele Fragen langjähriger Nutzer beantworten können, z.B. zur Shell, Bash-Programmierung, How-tos usw.. Ich habe einiges direkt zeigen können.

Hubertus: Mich hat vor allem überrascht, dass sowohl „alte Hasen“ als auch Anfänger dabei waren. Zu Letzteren zähle ich mich auch. Die Erfahreneren haben sich dann spontan als Helfer engagiert, so dass Nico und Ben entlastet werden konnten. Das war echt grandios!


Und was haben die Besucher sonst noch so machen können?
Benjamin: An sechs PCs waren unterschiedliche Distributionen vorbereitet, so dass jeder einmal das „Look and feel“ von Linux ausprobieren konnte. Außerdem lief Linux im EDV-Raum als virtuelle Maschine.
Hubertus: Und da konnte ich dann auch ein wenig helfen. Die Einrichtung als virtuelles System ist ein guter Einstieg und ziemlich leicht zu realisieren.
Nico: Der Raspberry Pi hat, den ich noch am selben Morgen eingerichtet habe, hat ebenfalls viel Aufmerksamkeit erhalten.


Wie sieht denn euer Fazit aus?
Benjamin: Wir haben uns total über die Resonanz gefreut, weil wir mit einem derartig hohen Interesse echt nicht gerechnet hatten. Ich hoffe natürlich, dass unsere LUG dadurch auch wieder einen Schub erhält. Für unser nächstes Treffen am 28.05. in Eslohe haben sich schon ein paar Leute interessiert!
Nico: Es gibt durchaus ein Bewusstsein dafür, dass alte Hardware sicher weitergenutzt werden kann. Insofern überlegen wir ob wir versuchen sollen Kooperationen einzugehen, um niemanden zu Überrumpeln, werden wir nach Gesprächen dieses auf der Webseite der LUG-Sauerland (www.lug-sauerland.de) bekannt geben. Wir wollen weiter Kontakt halten mit denjenigen, die interessiert sind, Hilfestellung geben und letztlich Linux weiter ins öffentliche Bewusstsein bringen.
Hubertus: Und genau deswegen machen wir auch weiter. Die Teilnahme am LPD 2016.2 am 22.10. ist so gut wie sicher. Das Interesse an Linux ist für mich gleichzeitig ein Auftrag, Workshops und Seminare an der Volkshochschule anzubieten. Aus meiner Sicht war der LPD ein Gewinn für alle Beteiligten!